Was hier langsam Form annimmt – Boutique in La Rochère
- Arlette Pinggera

- vor 5 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Manchmal wird aus einer Ahnung allmählich ein Bild. Nicht scharf umrissen, eher wie ein Motiv, das sich erst zeigt, wenn man lange genug hinschaut.
Während im Nebengebäude weiter gearbeitet wird, beginnen sich ein paar Dinge zu klären. Nicht alles, aber genug, um eine Richtung zu spüren.
In La Rochère, in der Haute-Saône, entsteht langsam eine kleine Boutique. Es wird ein Ort entstehen, an dem man bleiben darf. Auf einen Kaffee. Auf ein Stück Kuchen. Auf ein Gespräch oder ein stilles Sitzen. Drinnen wird es Tische geben, draussen im Garten ein paar weitere. Orte für Pausen, für Zwischenzeiten, für dieses kurze Aussteigen aus dem Alltag.
Vielleicht wird sich das Angebot mit der Zeit erweitern, auf kleine Leckereien, die man teilt. Ob und in welcher Form, hängt auch davon ab, was möglich ist. Wir mögen es, wenn Dinge wachsen dürfen. Ohne Eile.
Neben dem Dasein und Verweilen wird es auch Dinge geben, die man mitnehmen kann. Nicht viele. Nicht beliebig. Sondern Dinge, die wir mögen, weil sie schön sind, weil sie wertig sind und weil sie brauchbar sind.
Ein Teil davon entsteht in unseren eigenen Händen. Handgemalte Tapeten von Cinq Murs, Geschenkpapier von Villa Mille Feuilles, Dinge, die leise Räume verändern und kleine Gesten begleiten dürfen.
Dazu kommt vielleicht Wolle, Seifen, Bienenwachskerzen, Material das Zeit kennt. Und Objekte, die nicht nur angeschaut, sondern benutzt werden wollen.
Joos plant, eigene Stuckaturen herzustellen, Stücke, die etwas von Handwerk und Geduld erzählen.
Uns ist wichtig, dass dieser Ort nicht von einem Überangebot lebt. Lieber weniger. Aber mit Sorgfalt gewählt. Mit Liebe gemacht. Mit einer Wertigkeit, die man nicht erklären muss, weil man sie spürt, wenn man etwas in die Hand nimmt. Schön finden wir auch den Gedanken, Menschen aus der Gegend eine kleine Plattform zu geben. Dingen Raum zu geben, die hier entstehen. Nicht, weil sie perfekt sind, sondern weil sie ehrlich sind.
All das ist noch im Werden. Nichts davon ist in Stein gemeisselt. Wir lassen uns Spielraum, damit dieser Ort so werden darf, wie er sich richtig anfühlt, für uns und für die Menschen, die hier ankommen werden.
Vielleicht ist das am Ende das eigentliche Konzept. Ein Ort, der nicht alles sein will.
Aber das Wenige, das er ist, mit Ruhe und Sorgfalt.
À bientôt





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