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Der Weg hierher
Manchmal beginnt ein neuer Lebensabschnitt nicht mit einer Entscheidung, sondern mit einer leisen Verschiebung.
Wir haben uns 2008 kennengelernt.
Zwei Leben, zwei Orte, mehrere Stunden Fahrt dazwischen.
Viele Jahre lang sahen wir uns nur an den Wochenenden.
Dazwischen entstand vieles.
Gemeinsame Abende, lange Gespräche, Projekte, die Zeit brauchten.
Ein Haus irgendwo in der Mitte.Ein Versuch, dem Leben etwas mehr Ruhe zu geben und uns etwas mehr Zeit, der es am Ende nur noch voller machte.
Wir haben renoviert, gestaltet, gearbeitet.
Haben gekocht für viele Menschen, immer wieder.
Haben Räume geöffnet, Tische gedeckt, Ideen ausprobiert.
Und irgendwann haben wir gemerkt, Nähe lässt sich nicht organisieren.
2019 bin ich ins Engadin gezogen.
Endlich am selben Ort.
Endlich Alltag.
Im Sommer desselben Jahres haben wir die Wohnwerkstatt eröffnet.
Ein Restaurant in einer alten Industriehalle.
Ein Ort voller Leben, Begegnungen und Energie.
Wir dachten, wir wären angekommen.
Dann kam die Bewegung zurück.
Erst leise. Dann sehr deutlich.
Die Umstände veränderten sich.
Pläne lösten sich auf.
Und plötzlich war da die Frage, die man sich nicht stellt, so lange alles funktioniert: Wie möchten wir eigentlich leben?
Wir wussten nur eines ganz sicher: Dass wir nie wieder in einer Situation sein wollten, in der wir nicht selbst entscheiden können.
Also haben wir gesucht.
Nicht nach Ruhe. Nicht nach einem Traum.
Sondern nach einem Ort, der Freiheit möglich macht.
Und so sind wir in Frankreich gelandet.
In einem alten Herrenhaus in La Rochère.
Gross, voller Möglichkeiten, voller Arbeit.
Und mit der Idee, hier ein Chambre d`Hôtes zu führen.
Die Renovation ging schnell voran.
Bald kamen die ersten Gäste.
Viele von ihnen kannten uns bereits aus der Wohnwerkstatt.
Und sie kamen nicht nur, um zu übernachten.
Sie kamen, um Zeit mit uns zu verbringen.
Um zu reden, gemeinsam zu essen, den Abend zu teilen.
Was uns zuerst vertraut vorkam, wurde bald zur Herausforderung.
Denn wir merkten, wir hatten zwar den Ort gewechselt, aber nicht unbedingt die Dynamik.
Es brauchte einen Moment, um das zu erkennen.
Und dann kam dieser eine Einschnitt in Form eines Unfalls, der einem Dinge klar macht.
Wir begannen, neu zu überlegen. Nicht aus einem Wunsch heraus.
Sondern aus der Notwendigkeit, gut für uns zu sorgen.
Ende des Jahres sind wir noch einmal umgezogen.
Nicht weit. Aber entscheidend.
In ein altes Bauernhaus gleich nebenan.
Ein Haus mit mehr Boden. Mehr Raum im Aussen.
Mehr Ruhe.
Hier entstehen irgendwann unsere Ateliers.
Hier wächst die Idee einer Boutique.
Hier finden Dinge ihren Platz, die Zeit brauchen dürfen.
Und vielleicht ist genau hier etwas entstanden, das wir vorher gar nicht benennen konnten.
Die Sehnsucht nach Ruhe. Nach inneren Räumen.
Nach einem Leben, das nicht nur funktioniert, sondern trägt.
Als wir damals ankamen, gingen wir Abends oft mit unseren Hunden um genau dieses Grundstück.
Man konnte das Haus von der Strasse aus kaum sehen.
Wir nannten es bald das Bermuda-Dreieck.
Ein Ort, der sich ein bisschen entzieht.
Und genau dadurch schützt.
Heute leben wir hier.
Und manchmal stellen wir fest, dass wir uns bewusst entscheiden müssen, wieder hinauzugehen.
Weil es sich hier so sehr nach Ankommen anfühlt.
Vielleich nicht entgültig, denn das weiss man nie.
Aber genau richtig für jetzt und für uns.
Le temps fait le reste.
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