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Veränderungen

  • Autorenbild: Arlette Pinggera
    Arlette Pinggera
  • 28. Juni
  • 1 Min. Lesezeit

Die letzten zwanzig Jahre unser beider Leben waren geprägt von Veränderungen.

Die meisten kamen sehr plötzlich. Doch aus der Bahn geworfen habe sie uns nur selten.

Wir waren immer schnell darin, Entscheidungen zu treffen. Wenn sich etwas nicht mehr richtig anfühlte, haben wir losgelassen. Wir haben gross geträumt. Ideen verfolgt, bevor wir alle Antworten kannten. Und manche Stolpersteine erst unterwegs entdeckt. Unser Leben war oft in Bewegung. Nicht aus Unruhe, sondern aus Neugier. Vielleicht ein bisschen wie ein Hamsterrad, mit dem Unterschied, dass wir nie das Bedürfnis hatten, zu bremsen. Uns gefiel das Tempo.


Seit wir hier leben,  – und mit hier meinen wir unser altes Bauernhaus –, hat sich etwas verändert. Wir nehmen uns Zeit. Wir schauen genauer hin. Wir beginnen zu verstehen, dass nicht jede Idee sofort Wirklichkeit werden muss. Dass manches wachsen darf. Und anderes gehen. Ohne Hektik. Ohne das Gefühl, etwas zu verpassen.


Wir lernen gerade, Dinge wegzulassen. Raum entstehen zu lassen, auch in uns. Und nicht mehr alles vorschnell zu entscheiden. Es ist neues Terrain, was wir da erkunden. Ganz bewusst schalten wir einen Gang zurück. Die Pläne der letzten Monate sind nicht gelöscht. Sondern archiviert. Als mögliche Vielleichts. Unsere Köpfe bringen noch immer Ideen hervor. Sie ploppen auf wie kleine Post-its. Früher wären wir ihnen sofort hinterhergelaufen. Heute lernen wir, sie einfach abzulegen. Als das, was sie zunächst sind: Post-its. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.


Vielleicht ist das am Ende eine viel grössere Veränderung, als es unser Umzug nach Frankreich war. Dass wir zum ersten Mal das Gefühl haben, angekommen zu sein. Nicht am Ende eines Weges. Sondern in einer Art zu leben, die uns entspricht.


À bientôt






Kommentare


Vielleicht wird es nie ganz fertig. Und genau das gefällt uns.

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